{rezension} sommer unter schwarzen flügeln - peer martin




Ein Buch, das die Augen öffnet: verstörend, poetisch, engagiert. Nuri kommt aus Syrien und lebt im Asylbewerberheim. Calvin wohnt nur wenige Häuser weiter und ist Mitglied einer rechten Jugendgang. Als sie sich kennenlernen, erzählt Nuri ihm von ihrem Heimatdorf am Rand der Wüste und von dessen Schönheit. Doch dann kamen die Schwingen des Bösen und legten sich über das ganze Land. Je mehr Calvin über das Mädchen mit den dunklen Augen erfährt, desto mehr verliebt er sich in sie. Calvin möchte seine Gang verlassen - doch so einfach entkommt er seinen alten Freunden nicht. Eine ergreifende Liebesgeschichte inmitten sozialer Konflikte, voller Poesie und Schönheit. Ein schmerzhaft ehrliches Gesellschaftsporträt mit einer "Romeo und Julia"-Geschichte eigener Art.
(Klappentext)



Gleich zu Beginn kann ich sagen, dass sie dieses Buch ein erschreckendes aktuelles Thema behandelt, von dem ich mir wünschen würde, es wäre nicht so aktuell. Denn erschreckend zeigt, dass Buch dem Leser eine Welt in Deutschland, die es so nie geben sollte.
Das Buch behandelt das schwierige Thema ''Flüchtlinge in Deutschland'' und der Hass, der ''rechten Szene'' dagegen.
Peer Martin benutzt eine sehr interessante Sprache. Sie hat etwas poetisches, ab und zu einige Metaphern und er lässt die Protagonistin Nuri unglaublich in schönen Worten über ihre schreckende Welt erzählen. Der Leser lernt das Leben in Syrien und die syrische Kultur kennen, aber auch den Krieg aus Sicht der Bevölkerung.
''Die Dämmerung floss wie Tinte durch den Himmel und klebte an der Fensterfront.''
Der Autor benutzt hauptsächliche zwei Sichten in der 3. Person. Zu Beginn jedes Kapitels werden meist zwei Zitate zu dem Hauptthema des Buches aufgezeigt, die oft gegensätzlich sind. Am Endes jeden Kapitels werden Stickpunkte zur Internetrecherche aufgeführt, die den Leser anregen können, selbst zu recherchieren.
Die beiden Hauptcharaktere fand ich interessant und auch bewundernswert. Nuri ist eine unglaubliche starke Persönlichkeit, die auch verletzlich sein kann, und oft sehr mutig ist. Calvin war mir am Anfang sehr unsympathisch, und die hatte kein gutes Gefühl beim Lesen aus seiner Sicht. Aber im Lauf der Geschichte macht er eine sehr große Entwicklung durch und wird auf seine ganz eigene Art mutig.
'' Obwohl es sie jedes Mal zeriss, wieder etwas zu verlassen - einen Ort, einen Raum, einen Menschen. Ein Stück ihrer Seele war immer zurückgeblieben.''
Schön fand ich auch, das Gedankenspiel ''Auszeit'' was unregelmäßig im Buch vorkommt. Weg aus all dem Schrecken in eine bessere Welt.
Gut fand ich auch, oder eher wichtig, dass mehrere Sichten zu dem Thema aufgeführt werden. Der Leser kann sich gut eine eigene Meinung bilden.
''Die schwarzen Flügel würden wiederkommen. Aber ich begriff noch immer nicht, was sie bedeuten.''
Am besten gefallen haben mir die Geschichten über Syrien. Nicht negativ oder positiv, sondern in diese Welt anders und intensiver hineinzublicken.
Im großen und ganzen hat mir das Buch gut gefallen, es war erschreckend, berührend, manchmal mit Lebensfreude und Hoffnung, und auch viel traurig. Traurig und erschreckt darüber, dass so was in Deutschland passiert und passieren kann.
Das Ende vom Buch fand ich enttäuschend, auch passend, aber nicht das was ich erwartet habe.



Ein erschreckendes, berührendes trauriges Buch über das schwierige Thema ''Flüchtlinge in Deutschland'' und ''Neo-Nazis''.



Vielen Dank an den Oetinger Verlag für die Bereitstellung des Rezensionsexemplares.


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